Montag, 22. August 2016

Montagsfrage #7 Ende offen, lässt das hoffen?



Montagsfrage #7

Thema …. Ende offen, lässt das hoffen?

Grafik: Buchfresserchen


Heute geht es in der Montagsfrage vom Buchfresserchen um offene Enden, Cliffhanger und den Umgang mit eben diesen.

Vielleicht kennt ihr ja den Blog von Svenja. Er nennt sich BUCHFRESSERCHEN. Dort stellt sie der Bloggerwelt jeden Montag eine Frage. Man muss diese nicht zwingend montags beantworten. Man muss sie eigentlich gar nicht beantworten. Aber wenn ich dazu schon meine Gedanken zu Papier bringe, dann schon an dem Tag, den der Titel uns verrät.

Manche Blogger machen bei dieser Aktion jeden Montag mit, Andere lassen sie ganz weg und wieder Andere, wie ich, beantworten diese Frage immer dann, wenn sie das Thema interessant finden.

Es ist schon einige Zeit her, dass ich bei dieser Aktion zuletzt mitgemacht habe. Am 04.07.2016 ging es dabei um die Frage, wie ich zu neuen Büchern komme und welche Rolle LESEPROBEN bei mir spielen. Falls euch meine Antwort darauf interessiert, könnt ihr gern mal **HIER** klicken und euch den Post von damals noch einmal ins Gedächtnis rufen!

Heute geht es um ein Thema, in der Bücherwelt sehr oft diskutiert wird, bei dem Jeder eine Meinung hat. Es geht um Cliffhanger und offene Enden. Und darum, wie wir damit zurechtkommen.

Die Montagsfrage vom BUCHFRESSERCHEN lautet:



Wie kommst du mit einem offenen Ende oder einem Cliffhanger zurecht?



Wenn man das Wort CLIFFHANGER mal wörtlich übersetzt, bedeutet es KLIPPENHÄNGER. Man könnte nun denken, dass sich das Jemand überlegt hat, weil der Leser sich fühlt, als würde er an einer Klippe hängen und auf den Folgeroman warten, der ihm das Leben rettet. Ganz so ist die Wortschöpfung jedoch nicht. Es ist eher so, dass ein Cliffhanger einen Leser oder eine Leserin an den Folgeband binden soll, weil die Auflösung des hängenden Spannungsbogens erst im nächsten Band zu erfahren ist. Bereits in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde durch eine Forschungsgruppe übrigens herausgefunden, dass die Menschen sich eher an Dinge erinnern, die unterbrochen sind (und später fortgesetzt werden), als an Dinge, die vollendet sind. Wir merken uns den Inhalt eines Buches also besser und länger, wenn das Ende noch auf sich warten lässt, als wenn es bereits abgeschlossen ist. Habt ihr das bei euch auch schon einmal beobachtet? Das Ganze heißt dann übrigens „Zeigarnik-Effekt

So. Nun aber genug geschlaumeiert (oder besser gesagt … bei Wikipedia gespickt). Ich habe hier schließlich eine wichtige Frage zu beantworten.

Mit Cliffhangern habe ich kein Problem. Man weiß ja, dass irgendwann der Folgeband kommen wird, in dem man dann alles erfahren wird. Blöd wird es nur, wenn dieser erst 2 Jahre später erscheint. Aber solche Bücher, bei denen ich das schon weiß, lese ich nicht direkt nach dem Erscheinen, sondern lege sie noch einige Tage auf den SUB und schaue dann nach ihnen, wenn die Wartezeit nicht mehr soooo lang ist.
Sollte es den Folgeband schon geben, ist das Ganze ja kein Problem. Dann finde ich dieses Stilmittel durchaus interessant und habe Spaß daran, selbst mit zu rätseln, in welche Irrungen und Wirrungen uns der Autor hier schicken möchte.

Bei offenen Enden ist es wieder etwas anders. Da folgt ja Nichts. Da ist ja alles beendet, allerdings ohne Klarheit und Sicherheit. Klar. Der Leser kann sich dann selbst ein Ende basteln und überlegen, was er in die Geschichte interpretieren möchte. Aber das mag ich nicht unbedingt.
Wenn ich ein Buch lese, dann lese ich eine Geschichte, die sich Jemand ausgedacht hat. Und dann möchte ich natürlich auch wissen, wie dieser Jemand sich das Ende denkt, was er mit seiner Story und seinen Protagonisten gern sagen möchte und wie es zum Ende findet.

Ich finde übrigens die Enden, die sich Guillaume Musso einfallen lässt, immer sehr toll. Die sind immer völlig anders, als man bis kurz vorher denkt. Die Enden von Arno Strobel oder auch von Ursula Poznanski sind immer sehr actionreich. Sebastian Fitzek übertreibt bei manchen Enden so sehr, dass der wahre Thrill erst dann entsteht, wenn man das Buch zuklappt und sich darüber Gedanken macht. Dann beginnt die eigene Psyche zu arbeiten und uns an allem zweifeln zu lassen, was wir vorher für "normal" gehalten haben.
Sehr emotionale Enden schafft Irmgard Kramer.
Das Ende, was mich bisher am meisten mitgenommen hat, was mich zum Weinen gebracht hat und was total traurig und rührend zugleich war, hat mir jedoch Anne Freytag mit ihrem Jugendroman MEIN BESTER LETZTER SOMMER geliefert. All diese Enden waren abgeschlossen und dafür bin ich ihnen sehr dankbar, denn so kann ich an das Buch und die Protagonisten denken, ohne überlegen zu müssen, ob sie die Geschichte überhaupt überlebt haben.


Wie ist es bei euch?

Wie lautet eure Antwort auf die aktuelle Montagsfrage?

Was sind eure Lieblingsenden und wer hat sie geschrieben?

Ich bin auf eure Meinung natürlich sehr gespannt.

Bis zum nächsten Mal wünsche ich euch jetzt erstmal eine tolle Lesezeit und viele schöne Enden. Egal ob offen, abgeschlossen oder mit Cliffhanger. 



Kommentare:

  1. Ich mag offene Enden gerne. Und ich finde auch, dass ein gut gemachtes offenes Ende sogar mehr aussagen kann als ein auserzähltes. Vielleicht ist ja auch gerade diese Offenheit manchmal das, was ein Autor vermitteln möchte - dass das Leben viele Optionen offen hält und man letztlich nie genau weiß, was werden kann. Bei offenen Enden gibt es allerdings große Unterschiede. Sind sie wirklich gut, entsteht auch nicht der Eindruck, es würde etwas fehlen, sondern es ist klar, dass es Methode hat. Nehmen wir etwa ein Ende, an dem die Frage offen bleibt, ob etwas real ist oder nur Einbildung. Eine Auflösung sagt hier entweder das eine oder das andere, das offen zu lassen hingegen, dass wir uns diesbezüglich in diesem Fall nicht ganz sicher sein können. Auch das ist dann ein Statement, eine Aussage, die durch die Offenheit transportiert wird. Für mich kommt es immer auch darauf an, was offen bleibt, warum und welche Fragen bei mir hängenbleiben. Grundsätzlich bin ich offenen Enden gegenüber nicht abgeneigt.

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    1. Hallo Claudia :)

      danke für deinen ausführlichen Kommentar.

      Da hast du natürlich nicht ganz Unrecht. Offene Enden können auch Botschaften sein.

      Ich mag im Leben allgemein Klarheit ganz gern und es ist mir lieber, zu wissen, woran ich (bei Jemandem oder Etwas) bin, als mir etwas zu überlegen, was dann in Wirklichkeit ganz anders ist.

      Wahrscheinlich überträgt sich das dann auch auf meinen Lesegeschmack.

      Liebe Grüße
      Martin

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  2. Huhu,

    ein offenes Ende mag ich überhaupt nicht. Cliffhanger finde ich hingegen sogar ganz gut, da ich mich so mehr auf den Folgeband freue :) Wobei es doof ist, wenn man dann sehr lange auf den nächsten Band warten muss.

    Mein heutiger Beitrag

    Liebe Grüße

    Sunny

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    1. Hi Sunny bzw. Danni :D

      danke für deine Antwort.

      Dann sind wir ja auf einem ähnlichen Standpunkt. :) Freut mich natürlich ;)

      Ich werde mir jetzt gleich mal deinen Beitrag anschauen :)

      Liebe Grüße
      Martin

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  3. Hey :-)

    Ich mag Cliffhanger nicht wirklich, da sie meist echt gemein sind. Und manchmal wartet man echt ewig auf eine Fortsetztung 😉 Es kommt sogar vor, dass manche Fortsetzungen gar nicht mehr auf Deutsch rauskommen was sehr ärgerlich ist.

    Liebe Grüße
    Jenny ❤
    Mein Beitrag

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    1. Hallo Jenny :)

      Danke für deinen Besuch und den Kommentar!

      ja. Also wenn die Fortsetzung gar nicht mehr auf Deutsch kommt, finde ich das auch nicht wirklich toll. OK. Ich kann Englisch. Ich könnte es sicher auch in der Sprache lesen, aber trotzdem ist es angenehmer, es in Deutsch zu lesen. Außerdem ist die Aufmachung ja dann meist im Original anders, als in der Übersetzung. Da kann es schon auch vorkommen, dass es im Regal etwas anders aussieht.

      Jetzt schaue ich gleich mal bei dir vorbei :)

      Liebe Grüße
      Martin

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